Ernest Zobole 1927-1999
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Feststellung des Malers: 'Die Darstellungen in meinen Werken entstammen meiner direkten Umgebung -
das Haus, die Landschaft draussen und die Landschaft die man durch Türen und Fenster sieht.
Draussen und drinnen treffen an einer Stelle zusammen. Das System, das man in der Malerei
verwendet hat Parallelen in unserem natürlichen Verhalten, nämlich wenn wir eine Gegebenheit
betrachten blicken wir um uns - wir gehen hin und her oder drehen den Kopf, oder bewegen unsere
Augen, oder noch wahrscheinlicher tun wir alle drei Dinge. Die unterschiedlichen Gesichtspunkte,
Planansichten, Seitenansichten, Endansichten und Perspektiven werden angewendet; Augenhöhen
variieren sowie Massstäbe und Schwerpunkte; dann ist da noch Zeit und Erinnerung" (1991, in
"Ernest Zobole: Paintings 1986-1991").
"Ein Gemälde über mich in einer Landschaft", 1994/5,
oil on canvas, 117x169cm .
Ernest Zobole wird als einer der "wichtigsten Künstler…einer der visionären Künstler" aus Wales
betrachtet (Wakelin, 2003). Obgleich sein bevorzugtes Thema oftmals singulär ist: nämlich das nächtliche
Rhondda-Tal in Süd Wales mit seinem Haus und der Familie darin, zeigt die Art und Weise wie er
sein gewähltes Thema darstellt, dass seine Gemälde eine Wiederspiegelung der 'Vision wie wir die
Welt erfühlen' sind.
So um 1910 wanderten seine Eltern von Italien aus, um
sich in Grossbritannien niederzulassen. Ernest wurde hier im April 1927 geboren, in Ystrad
Rhondda einer zu der Zeit wichtigen Kohlebergbau-Gegenden in Wales. Das Rhondda Tal und seine
Industrie war ein Schmelztiegel von Zuwanderern aus ganz Europa, das sich nach dem Ersten
Weltkrieg wieder zu erholen began. "The Rhondda Valley" war weltweit berühmt geworden wegen seines
wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Kampfgeistes und wurde so gewissermassen zum Synonym für
Wales. Diese Umstände führten, wie so oft, zum Erwachen von unerwarteter Tatkraft und künstlerischem
Schaffen. Talentierte Menschen kamen zum Vorschein, die massgeblich zum Ruf der Gegend beitrugen.
1948, als Zobole seine Kunstausbildung began, machten sich mehrere talentierte junge Leute aus der
Gegend auf den Weg zur Kunstakademie in Cardiff (David Mainwaring, Ernest Zobole, Charles Burton, Robert Thomas,
Nigel Flower, Gwyn Evans & Thomas Hughes, gefolgt von Islwyn Watkins, Kerry Barclay, Peter Leyshon, Geoff Salter, see Peter
Lord 1998 p.247). Sie wurden zur Herausforderung für die etablierte Ordnung der Akademie und folglich als
"Die Rhondda Gruppe" bekannt). Ihre Philosophie war: "mach' es neu, aber mach' es treu".
Anfänglich malte Zobole in etwa so, wie es ihm beigebracht worden war.
Um 1960 fing er aber an
eigene Wege zu gehen. Er malte nun auf Pressplatte statt auf Leinwand und beschränkte sich auf
eine mehr oder weniger monochrome Palette. Auch benutzte er ab jetzt
Impasto, teilweise mit dem Palettmesser aufgetragen. Eine Serie von Bildern wurde so geschaffen,
wie 'Ystrad and People' (Ystrad und Einwohner) und 'People in a Street' (Leute auf der Strasse)
[Beispiele]. Diese Gemälde,
sowie ähnliche die bis in die Mitte der Sechziger Jahre gemalt wurden,
werden heute als wahrscheinlich "…die gewagteste Phase seiner malerischen Entwicklung" angesehen.
"Weg von der Wahrnehmung -das Bild als konventionelles Fenster oder Spiegel der Welt- und hin
zum Begrifflichen -das Bild als flache Oberfläche oder Gegenstand an sich- (Ceri Thomas, 'Ernest
Zobole: a retrospective', 2004, p.9, Herausgeber: University of Glamorgan).
In 1967 hatte Zobole die Form gefunden nach der er gesucht hatte. Er kehrte zu einem breiteren
Farbenspektrum zurück. In den nächsten zwanzig Jahren, während der er auch vollberuflich an der
Kunstakademie in Newport/Gwent lehrte, schuf er seine "farbenfrohesten und weniger modulierten"
Werke (C.Thomas, 2004, p.22) [Beispiele].
Zobole beendete seine Lehrtätigkeit 1984 und konzentrierte
sich ganzzeitlich auf das Malen. Obgleich er seine Farbenpalette beibehielt, sie sogar erweiterte,
lässt sich ein Wechsel in der Form nicht übersehen. Dieses ist als Ausdruck der Gründe für das
Ende seiner Lehrtätigkeit interpretiert worden [Beispiele].
Den Höhepunkt seines kreativen Schaffens erreichte der Künstler zu Beginn der neunziger Jahre.
Sein Biograph, Ceri Thomas, beschreibt es folgendermassen: "…seine Wahl nächtlicher, kohlefarbener,
dohlenfarbener blau-schwarzer Tönung in den neunzigern hatte sich aus langen, realen und
tiefgründigen Erwegungen über das Begriffliche ergeben" [Beispiele]. Thomas sagt abschliessend:"…spätere
Zobole Werke sind auch wegen der Mischung von rezessivem, flach und abstraktem und seinen
gebogenen Horizonten sehr modern…die Anspielung auf geteilte und troztdem singuläre
Vergänglichkeit und Sterblichkeit wird in seinen späteren Werken immer deutlicher". Ernest
Zobole starb im Jahr 1999.
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